Bitcoin, Blockchain und bunte Scheine

Seit einigen Wochen dreht sich an der Börse alles nur noch um den Bitcoin.

Für mich wird es deshalb langsam höchste Zeit, dass ich auch mal ein Artikel über die hippe "Internetwährung" schreibe, bevor es wieder uncool wird, um euch meine Meinung zu dem momentan anhaltenden Wahn zu erläutern.

 

Es gibt gut Gründe warum Kryptowährungen, zu denen auch der Bitcoin zählt, zurzeit so gefragt sind.

 

In den Medien und in der (ich nenne sie jetzt einfach mal) Kryptoszene wird oft angeführt, dass Kryptowährungen ein besserer Ersatz für herkömmliches Geld sind. Allen voran die Blockchain-Technolgie und die damit verbundene dezentrale Verwaltung der Währung, die sogar in der Lage sein soll Banken zu ersetzten, sollen das Potenzial haben "the next big thing" zu werden.

 

Das mögen alles gute Gründe ein, sofort zur Bank zu laufen, alle Konten und Depots aufzulösen und all sein Geld an der nächsten Krypto-Börse in Bitcoin zu investieren. Aber womöglich sollte man das besser lassen und zwar aus guten Gründen!

 

Zwar gilt der Bitcoin als fälschungssicher, was ein starkes Argument für ihn ist, aber leider ist dies nur die halbe Wahrheit. Denn wenn ein Miner einen neuen Bitcoin erschafft, müssen mindestens 51% der "Mining-Community" diesen als echt verifizieren, bevor er ins Bitcoin-System mit aufgenommen wird. Dumm ist nur, wenn über die Hälfte der Mining-Kapazitäten von einer kleinen Gruppe gestellt wird.

 

In alter Jonathan Frakes Manier (X-Faktor) frage ich euch jetzt: Ihr denkt diese Geschichte ist frei erfunden? -Da muss ich euch leider enttäuschen, denn das ist 2014 genau so passiert.

Wenn eine Gruppe von Minern diese magische 50%- Hürde erreicht, kann sie nach belieben Bitcoins erschaffen und verifizieren und damit gefälschte Bitcons ins System einschleusen.

 

Genauso schlimm wie das Fälschen ist der Diebstahl von Bitcoins. Und als Räuber 2.0 raubt man natürlich keine Banken mehr aus, sondern hackt ganz bequem von zu Haus aus die nächste Coin-Börse.

Dies geschieht leider immer wieder und so wurden bisher von ausstehenden 16 Millionen Bitcoins ganze eine Million von Börsen und privaten Rechnern entwendet.

 

 

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Legale Wege an Bitcons zu kommen gibt es natürlich auch. Entweder man kauft sich einfach welche oder viel cooler, man mint . Das ist jedoch mit nicht zu unterschätzenden Kosten verbunden. Neben den leistungsfähigen Grafikkarten, die man benötigt, wäre da noch der exponentiell ansteigende Stromverbrauch, der jeden Stromanbieter ein Grinsen ins Gesicht treibt. 2017 war der Energiebedarf aus Mining-Aktivitäten so hoch wie der Energiebedarf von ganz Dänemark. Und 2020 könnte das Bitcoin System so viel Energie verbrauchen wie heute die ganze Welt. Umweltfreundlich geht anders.

 

Rechtlich gesehen fallen Kryptowährungen nicht unter Wertpapierrecht, sondern werden wie ganz normale "Currencys" behandelt. Das bedeutet, dass sie nicht kontrolliert werden. Kein Insiderhandel. Keine Preisabsprache. Einfach Rechtsfreierraum. Dies wird vor allem dann problematisch, wenn eine Hand voll Personen eine hohe Beteiligung halten. Diese Probleme scheinen theoretisch, sind aber leider Alltag. Bei Bitcoin halten 1000 Adressen 40% aller verfügbaren Coins. Und die sind natürlich scharf darauf, dass sich der Bitcon durchsetzt. Es winkt unsagbarer Reichtum. Und diese Gier zieht sich durch das ganze Bitcoin System. Wie bei jeder Blase gehen Geschichten von Erfolgsstorys um, der Gedanke etwas zu verpassen ist allgegenwärtig und was mir am meisten Bauchschmerzen bereitet: Es gibt keine Bewertungskennzahl. Was ist nun der faire Wert eines Bitcoins? Die Antwort liegt wohl irgendwo zwischen einem Dollar und x gegen unendlich.

 

Warum sollte ich überhaupt in Bitcoin bezahlen und nicht ganz normal wie immer in Euro? Nur als kleiner Gedanke zum Schluss.

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Eric (Samstag, 23 Dezember 2017 08:46)

    Du hast da einige wichtige Punkte angesprochen, dennoch bin ich seit kurzem in cryptowährungen investiert - allerdings nicht bitcoin sondern altcoins. Diese haben einige Vorteile verglichen mit bitcoin. Iota zum Beispiel wird nicht unter gigantischem Stromverbrauch gemined und könnte in Zukunft einen echten Nutzen haben, sollte die Entwicklung weiter in Richtung "Internet of things" gehen, wovon ich ausgehe. Bin ich überzeugt von cryptos? Nein, ist wahrscheinlich eine Blase. Was aber wenn sich doch einige durchsetzen? Ich sehe mein Investment rein unter dem attraktiven Chance-Risiko-Aspekt. Der Betrag den ich investiert habe ist klein genug, dass er im Falle eines Totalverlusts mein Leben nicht negativ beeinflussen kann. Sollte die Preisentwicklung jedoch ähnlich 2017 noch eine Weile anhalten, kann die Investition mein Leben jedoch sehr wohl positiv beeinflussen. Frohes Fest und viel Erfolg mit deinem Blog!

  • #2

    Haibaer (Samstag, 23 Dezember 2017 15:00)

    Ich hab mich schon seit ein paar Jahren mit Kryptowährungen beschäftigt. Bei Bitcoin muss man feststellen, dass es da auch tatsächlich eine “Realwirtschaft“ gibt. Im Darknet gibt es Märkte, da kann man sich für Bitcoin Waren und Dienstleistungen kaufen. Klar, meistens kriminell, aber Markt ist Markt, und Wirtschaft ist Wirtschaft - lega, illegal, scheißegal. Ich weiß nicht, wie das weiter gehen wird, eventuell wird sich auf den “Black Markets“ in Zukunft eine andere Kryptowährung durchsetzen. Die mangelhafte Skalierbarkeit treibt beim Bitcpin die Gebühren in die Höhe.

  • #3

    Investment-Blogger (Samstag, 23 Dezember 2017 18:59)

    @Eric Danke für deinen Kommentar. Wenn du in Iota investiert bist, brauchtest du gestern ja wirklich starke Nerven. Dennoch sehe ich es in gewisser Weise genau so wie du. Ich denke, dass am Schluss einer der Altcoins die Nase vorne haben wird, weil diese die "Kinderkrankheiten" des Bitcoins ausbessern konnten. Der Bitcoin bekommt nur leider zur Zeit jegliche Aufmerksamkeit der Medien und ich frage mich wohin das noch gehen soll. Denn auch auf der Aktienseite drehen die Anleger zur Zeit durch, wenn bei einem Unternehmen nur der Namenszustatz "Blockchain" angehängt wird sollen diese auf einmal ein vielfaches Wert sein. Also ich weiß ja nicht.
    Ob es aber noch zum großen Knall kommt kann nur die Zukunft zeigen.

  • #4

    Investment-Blogger (Samstag, 23 Dezember 2017 19:10)

    @Haibaer Danke für deinen Kommentar. Auch mir ist bekannt, dass der Bitcoin als Zahlungsmittel im Darknet, aufgrund seiner Anonymisierung, gerne verwendet wird. Und das wird auch weiter gehen, weil die Personen ja nicht dadran interessiert sind erkannt zu werden. Trotzdem frage ich mich in wie fern Kryptos das Leben des normalen Bürgers vereinfachen sollen und warum man die übliche Währung dafür aufgeben sollte.