
Die weitverbreitete Annahme, dass teure Fondsmanager Ihr Geld besser vermehren, ist ein kostspieliger Irrtum.
- Über 80 % der aktiven Fonds in Deutschland scheitern langfristig an ihrer eigenen Benchmark.
- Hohe Gebühren wirken als permanente Rendite-Bremse und kosten Sie über die Jahre zehntausende Euro.
Empfehlung: Der Wechsel zu einem kostengünstigen, breit gestreuten Welt-ETF ist keine Notlösung, sondern die strategisch überlegene Entscheidung für Ihren Vermögensaufbau.
Fühlen Sie sich von Ihrer Hausbank und deren teuren Investmentfonds im Stich gelassen? Sie sind nicht allein. Viele Anleger zahlen jahrelang hohe Gebühren für ein Versprechen, das nur selten eingelöst wird: den Markt zu schlagen. Die Realität ist ernüchternd und wird durch unzählige Daten belegt. Das Gefühl, in einem unfairen Spiel gefangen zu sein, in dem die Bank immer gewinnt, ist weit verbreitet und oft auch berechtigt. Die ständige Suche nach dem „nächsten großen Ding“ oder dem Fondsmanager mit dem goldenen Händchen führt meist nur zu einem Ergebnis: hohen Kosten und einer unterdurchschnittlichen Rendite.
Doch was wäre, wenn das Problem nicht bei einzelnen Fonds oder Managern liegt, sondern im System selbst? Was, wenn der Versuch, den Markt aktiv zu überlisten, von vornherein ein struktureller Nachteil ist? Dieser Artikel bricht mit dem Mythos des aktiven Managements. Statt Ihnen zu raten, den „richtigen“ Fonds zu finden, zeigen wir Ihnen, warum der Verzicht auf aktive Fondsmanager nicht nur Kosten spart, sondern die einzig logische Konsequenz für einen intelligenten, stressfreien und erfolgreichen Vermögensaufbau ist. Wir tauchen tief in die Fakten ein und demonstrieren, warum eine passive Strategie mit ETFs nicht der zweitbeste Weg, sondern die überlegene Wahl für Anleger ist, die die Kontrolle über ihre Finanzen zurückgewinnen wollen.
In den folgenden Abschnitten werden wir die strukturellen Gründe für das Scheitern aktiver Fonds aufdecken, die enormen Kostenersparnisse quantifizieren und Ihnen eine klare, umsetzbare Anleitung an die Hand geben, wie Sie mit nur einem Produkt eine disziplinierte und erfolgreiche Anlagestrategie umsetzen können. Machen Sie sich bereit, Ihre Perspektive auf das Investieren fundamental zu ändern.
Inhaltsverzeichnis: Warum aktives Management ein Relikt der Vergangenheit ist
- Warum ist es fast unmöglich, den Markt dauerhaft auszutricksen?
- Wie sparen Sie durch den Verzicht auf Fondsmanager bis zu 30.000 € Gebühren über 20 Jahre?
- Warum schlafen Sie mit einer passiven Strategie in Krisen besser?
- Wie setzen Sie eine „Buy and Hold“ Strategie mit nur einem Produkt um?
- Gibt es Nischenmärkte, in denen aktives Management doch besser funktioniert?
- Gibt es Star-Fondsmanager, die ihren Benchmark über 10 Jahre konstant schlagen?
- Trading-Apps vs. Hausbank: Wo verstecken sich die Kosten bei hohem Umsatz?
- Welcher ETF auf den MSCI World ist der beste für deutsche Steuerzahler?
Warum ist es fast unmöglich, den Markt dauerhaft auszutricksen?
Der Glaube, dass ein hochbezahlter Experte den Aktienmarkt systematisch überlisten kann, ist der Grundpfeiler der aktiven Fondsindustrie. Doch die Daten zeichnen ein klares und ernüchterndes Bild: Es ist eine fast unmögliche Aufgabe. Der Hauptgrund dafür ist die Effizienzmarkthypothese. Diese besagt, dass in liquiden und transparenten Märkten wie Deutschland alle öffentlich verfügbaren Informationen bereits in den Aktienkursen eingepreist sind. Einen dauerhaften Informationsvorsprung zu erzielen, ist daher extrem schwierig, selbst für Profis. Die gelegentliche richtige Vorhersage ist meist reines Glück und nicht das Ergebnis wiederholbarer Fähigkeiten.
Die Zahlen bestätigen diesen systemischen Nachteil eindrücklich. Eine umfassende Analyse von S&P Global zeigt, dass über einen Zeitraum von zehn Jahren erschütternde 83 % der deutschen Aktienfonds hinter ihrer Benchmark, dem S&P Germany BMI, zurückblieben. Das bedeutet, dass 8 von 10 Anlegern in teuren, aktiv gemanagten Fonds eine schlechtere Rendite erzielten, als wenn sie einfach in einen günstigen Indexfonds auf den gesamten deutschen Markt investiert hätten. Das Problem ist nicht der Mangel an Intelligenz der Manager, sondern die Struktur des Spiels selbst.
Zusätzlich zu den effizienten Märkten agieren die Kosten als unüberwindbare Rendite-Bremse. Ein aktiver Fonds muss nicht nur den Markt schlagen, sondern ihn um seine eigenen, deutlich höheren Gebühren (typischerweise 1-2 % pro Jahr) übertreffen. Ein passiver ETF, der den Markt nur abbildet, hat mit Kosten von oft unter 0,2 % einen uneinholbaren Startvorteil. Der Versuch, den Markt zu schlagen, ist also ein Kampf gegen die Statistik und die Mathematik – ein Kampf, den der Anleger fast immer verliert.
Anstatt also auf das seltene Glück eines Top-Performers zu wetten, ist die rationale Entscheidung, die Unvermeidbarkeit der Marktrendite zu akzeptieren und sie sich durch eine passive Strategie so kostengünstig wie möglich zu sichern.
Wie sparen Sie durch den Verzicht auf Fondsmanager bis zu 30.000 € Gebühren über 20 Jahre?
Die Underperformance aktiver Fonds ist nicht nur eine theoretische Enttäuschung, sie hat massive finanzielle Konsequenzen für Ihr Vermögen. Der größte Feind Ihres langfristigen Anlageerfolgs ist die sogenannte Kosten-Leckage: die stetige und oft unterschätzte Erosion Ihrer Rendite durch hohe Gebühren. Während die Performance eines Fonds ungewiss ist, sind seine Kosten garantiert. Diese Gebühren, die sich aus Verwaltungsgebühren, Transaktionskosten und oft versteckten weiteren Posten zusammensetzen, wirken wie ein ständiges Bremsgewicht auf Ihren Vermögensaufbau.

Die Eisberg-Metapher veranschaulicht perfekt, wie die sichtbare Verwaltungsgebühr nur die Spitze des Problems darstellt. Darunter lauern Transaktionskosten im Fonds, Depotgebühren und Ausgabeaufschläge, die Ihre Rendite weiter schmälern. Stellen Sie sich vor, Sie investieren 100.000 €. Bei einem aktiven Fonds mit 1,2 % jährlichen Kosten und einem ETF mit 0,2 % scheint der Unterschied zunächst gering. Doch der Zinseszinseffekt arbeitet auch bei den Kosten gegen Sie.
Die folgende Tabelle zeigt den dramatischen Unterschied über einen Anlagehorizont von 20 Jahren. Es geht nicht nur um die direkt gezahlten Gebühren, sondern vor allem um die entgangene Rendite – das Geld, das Ihr Geld hätte verdienen können, wenn es nicht für Gebühren abgeflossen wäre.
| Anlageform | Jährliche Kosten | Kosten über 20 Jahre | Entgangene Rendite |
|---|---|---|---|
| ETF | 0,2% | ca. 4.000€ | Basis |
| Aktiver Fonds | 1,2% | ca. 24.000€ | Über 44.000€ weniger Vermögen |
Die Zahlen sind eindeutig: Die um 20.000 € höheren direkten Kosten führen durch den entgangenen Zinseszinseffekt zu einem Vermögensunterschied von über 44.000 €. Dieses Geld landet nicht in Ihrer Tasche, sondern in der der Fondsgesellschaft. Der Verzicht auf einen Fondsmanager ist somit keine Sparmaßnahme, sondern eine der wirkungsvollsten Entscheidungen, um Ihren langfristigen Anlageerfolg zu maximieren.
Durch die Wahl eines günstigen ETFs schließen Sie dieses Kosten-Leck ein für alle Mal und stellen sicher, dass der Großteil der Marktrendite auch tatsächlich bei Ihnen ankommt.
Warum schlafen Sie mit einer passiven Strategie in Krisen besser?
Die finanzielle Überlegenheit passiver Strategien ist nur die halbe Wahrheit. Der vielleicht noch größere Vorteil liegt in der psychologischen Entlastung, die sie bieten – der strategischen Gelassenheit. Während Anleger in aktiven Fonds in Krisenzeiten ständig bangen müssen, ob ihr Fondsmanager die richtigen Entscheidungen trifft, bietet eine passive Strategie einen klaren, unerschütterlichen Anker. Sie investieren nicht in die Fähigkeiten einer Einzelperson, sondern in die Widerstandsfähigkeit und das langfristige Wachstum des globalen Marktes.
Ein wesentlicher Stressfaktor bei aktiven Fonds ist deren Instabilität. Fonds werden zusammengelegt, Strategien geändert oder Manager ausgetauscht. Studien zeigen, dass dies keine Seltenheit ist. Die SPIVA Europe Scorecard deckt auf, dass über 50 % der aktiven europäischen Fonds über zehn Jahre entweder liquidiert oder mit anderen Fonds fusioniert wurden. Ihre sorgfältig ausgewählte Anlage kann also von heute auf morgen verschwinden oder ihren Charakter komplett verändern. Mit einem ETF auf einen globalen Index wie den MSCI World passiert das nicht. Die Strategie bleibt immer gleich: den Markt abbilden.
In Marktkrisen neigen Menschen zu Panikverkäufen – der teuerste Fehler, den ein Anleger machen kann. Eine passive „Buy and Hold“-Strategie schützt Sie vor diesen emotionalen Kurzschlussreaktionen. Sie wissen, dass Marktkrisen historisch gesehen immer von Erholungsphasen gefolgt wurden. Ihre Aufgabe ist es nicht, den perfekten Ausstiegs- und Wiedereinstiegszeitpunkt zu finden (was selbst Profis nicht gelingt), sondern einfach diszipliniert dabeizubleiben. Diese Klarheit und Einfachheit reduziert Stress und verhindert kostspielige Fehlentscheidungen, sodass Sie auch in turbulenten Zeiten ruhig schlafen können.
Letztendlich gibt Ihnen eine passive Strategie die Kontrolle zurück. Sie sind nicht mehr von den Launen eines Managers abhängig, sondern folgen einem transparenten, wissenschaftlich fundierten und historisch bewährten Ansatz zum Vermögensaufbau.
Wie setzen Sie eine „Buy and Hold“ Strategie mit nur einem Produkt um?
Die Schönheit der passiven Anlagestrategie liegt in ihrer radikalen Einfachheit. Sie benötigen keine komplexe Auswahl verschiedener Fonds, keine ständige Marktbeobachtung und kein teures Portfoliomanagement. Sie können eine global diversifizierte „Buy and Hold“-Strategie mit nur einem einzigen Produkt umsetzen: einem ETF auf einen weltweiten Aktienindex wie den MSCI All Country World (ACWI) oder den FTSE All-World. Diese Indizes enthalten tausende Aktien aus Industrie- und Schwellenländern und bilden so die globale Wirtschaftskraft in einem einzigen, kostengünstigen Wertpapier ab.

Die Umsetzung ist denkbar einfach und in wenigen Schritten erledigt. Anstatt bei Ihrer teuren Hausbank zu bleiben, eröffnen Sie ein Depot bei einem kostengünstigen Online-Broker (oft als Neo-Broker bezeichnet). Diese Anbieter ermöglichen es Ihnen, ETF-Sparpläne oft völlig gebührenfrei einzurichten. Ein Sparplan automatisiert den Prozess: Jeden Monat wird ein von Ihnen festgelegter Betrag in den von Ihnen gewählten Welt-ETF investiert. Dies nutzt den Cost-Average-Effekt: Bei hohen Kursen kaufen Sie weniger Anteile, bei niedrigen Kursen mehr. Dies diszipliniert Ihr Anlageverhalten und nimmt Ihnen die Entscheidung ab, wann der „richtige“ Zeitpunkt zum Kaufen ist.
Hier ist eine einfache Anleitung, um Ihre Strategie in die Tat umzusetzen:
- Depot eröffnen: Wählen Sie einen kostengünstigen Online-Broker wie Trade Republic oder Scalable Capital, der kostenlose ETF-Sparpläne anbietet.
- ETF auswählen: Entscheiden Sie sich für einen breit gestreuten Welt-ETF, z. B. auf den FTSE All-World (ISIN: IE00B3RBWM25) oder den MSCI ACWI.
- Sparplan einrichten: Legen Sie Ihre gewünschte monatliche Sparrate fest. Dies ist oft schon ab 25 € möglich.
- Ausführungstag wählen: Bestimmen Sie, an welchem Tag im Monat Ihr Sparplan ausgeführt werden soll (z. B. am 1. oder 15.).
- Thesaurierende Variante bevorzugen: Für den langfristigen Vermögensaufbau in Deutschland ist eine thesaurierende (Gewinne wiederanlegende) Variante steuerlich oft am einfachsten und effizientesten.
- Aktivieren und durchhalten: Aktivieren Sie den Sparplan und lassen Sie ihn über Jahre und Jahrzehnte laufen, unabhängig von Marktschwankungen.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht in ständiger Aktivität, sondern in disziplinierter Passivität. Einmal eingerichtet, arbeitet Ihr Geld für Sie auf der ganzen Welt, während Sie sich auf die wichtigen Dinge im Leben konzentrieren können.
Gibt es Nischenmärkte, in denen aktives Management doch besser funktioniert?
Ein häufiges Argument von Befürwortern aktiver Fonds lautet: „In großen, effizienten Märkten wie den USA mag passiv besser sein, aber in Nischenmärkten wie Small Caps oder Emerging Markets haben Manager mit lokalem Wissen einen echten Vorteil.“ Die Theorie klingt plausibel: In weniger analysierten Märkten sollte es einfacher sein, unentdeckte Perlen zu finden und so eine Outperformance zu erzielen. Doch auch hier widerlegt die harte Realität der Daten diesen Mythos eindrucksvoll.
Betrachten wir den deutschen Markt für kleinere Unternehmen (Small Caps). Man würde annehmen, dass hier gute Manager glänzen können. Die Analyse von S&P zeigt jedoch das Gegenteil: Langfristig schlagen nur 24 % der deutschen Small-Cap-Fonds ihren Vergleichsindex. Auch hier scheitert also die große Mehrheit der Experten daran, einen Mehrwert zu schaffen, der ihre Kosten rechtfertigt. Der angebliche Informationsvorsprung verpufft angesichts der systemischen Nachteile.
Noch deutlicher wird es bei Schwellenländern (Emerging Markets). Trotz der vermeintlichen Ineffizienzen und der Notwendigkeit von „Vor-Ort-Expertise“ ist die Erfolgsbilanz aktiver Manager desaströs. Über einen Zeitraum von 10 Jahren gelang es weniger als 4 % der globalen Aktienfonds, ihre Benchmark zu schlagen. Selbst wenn ein Manager in einem Jahr Glück hat, ist die Fähigkeit, diesen Erfolg zu wiederholen, extrem selten. Die vermeintlichen Nischen entpuppen sich bei genauerem Hinsehen als die gleichen statistischen Fallgruben wie die großen Märkte.
Es gibt zwar vereinzelte, kurzfristige Ausnahmen, aber als langfristige Strategie ist das Wetten auf aktive Manager in Nischenmärkten genauso unzuverlässig wie in den Hauptmärkten. Eine breite, passive Diversifikation über einen Welt-ETF, der diese Nischen bereits entsprechend ihrer Marktkapitalisierung enthält, bleibt die rationalere und erfolgreichere Strategie.
Gibt es Star-Fondsmanager, die ihren Benchmark über 10 Jahre konstant schlagen?
Selbst wenn die meisten Manager scheitern, was ist mit den wenigen Ausnahmen – den legendären „Star-Fondsmanagern“, die in den Finanzmedien gefeiert werden? Die Verlockung ist groß, sein Geld dem einen Genie anzuvertrauen, das den Code des Marktes geknackt zu haben scheint. Doch das Konzept des beständigen „Star-Managements“ ist bei genauerer Betrachtung einer der gefährlichsten Mythen der Finanzindustrie. Die entscheidende Frage ist nicht, ob ein Manager den Markt *einmal* schlagen kann, sondern ob er es *dauerhaft und vorhersagbar* kann.
Die Antwort liefert die sogenannte Persistenz-Analyse. Diese untersucht, ob die Top-Fonds von heute auch die Top-Fonds von morgen sind. Die Ergebnisse sind vernichtend für die Idee des Star-Managements. Die „SPIVA Europe Persistence Scorecard“ von S&P zeigt, dass die Leistung von Spitzenfonds extrem schnell zum Durchschnitt zurückkehrt. Von den Fonds, die sich in einem Jahr im obersten Viertel (Top-Quartil) befanden, schafften es nur 4 %, ihre Spitzenposition über die nächsten vier Jahre zu halten. Die überwältigende Mehrheit fällt zurück oder gehört sogar zu den schlechtesten.
Das bedeutet: Einen Fonds auszuwählen, weil er in der Vergangenheit erfolgreich war, ist wie im Rückspiegel Auto zu fahren. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Erfolg anhält, ist verschwindend gering. Die Gründe dafür sind vielfältig: Der Erfolg war vielleicht nur Glück, der Manager wechselt, der Fonds wird zu groß, um seine Strategie effektiv umzusetzen, oder die Strategie funktioniert unter neuen Marktbedingungen einfach nicht mehr. Der Warnhinweis, den jede Fondsgesellschaft drucken muss, entpuppt sich als die tiefste Wahrheit der Branche, wie S&P Dow Jones Indices treffend formuliert:
Past performance is no guarantee of future results – That’s because it’s true.
– S&P Dow Jones Indices, SPIVA Europe Persistence Scorecard
Auf einen Star-Manager zu setzen, ist keine Anlagestrategie, sondern eine Wette. Eine Wette, bei der die statistischen Chancen massiv gegen Sie stehen.
Die klügere Entscheidung ist es, sich von dieser Lotterie zu verabschieden und stattdessen auf die bewiesene, langfristige Kraft des Gesamtmarktes zu setzen.
Trading-Apps vs. Hausbank: Wo verstecken sich die Kosten bei hohem Umsatz?
Wenn die Entscheidung für einen passiven ETF gefallen ist, stellt sich die nächste entscheidende Frage: Wo soll ich ihn kaufen und verwahren? Für viele Bankkunden ist der erste Impuls die eigene Hausbank. Doch dies ist oft der teuerste Weg. Traditionelle Filialbanken wie Sparkassen oder Volksbanken verlangen in der Regel hohe Gebühren für die Depotführung und insbesondere für die Ausführung von Sparplänen oder Einzelkäufen. Kosten von 1,5 % des Sparplanvolumens oder 10-25 € pro Order sind keine Seltenheit und wirken wie die bereits bekannte Rendite-Bremse.
Die moderne und weitaus kostengünstigere Alternative sind sogenannte Neo-Broker wie Trade Republic oder Scalable Capital. Diese agieren als reiner Online-Broker über eine Smartphone-App oder Web-Anwendung und haben ihre Kostenstruktur radikal optimiert. Depotführung ist meist kostenlos, und ETF-Sparpläne sind in der Regel komplett gebührenfrei. Für Einzelkäufe fällt oft nur eine Pauschale von ca. 1 € an. Der Kostenunterschied zur Hausbank ist enorm, wie die folgende Tabelle verdeutlicht.
| Anbieter | Depotführung p.a. | ETF-Sparplan | Order-Gebühr |
|---|---|---|---|
| Trade Republic | 0€ | 0€ | 1€ |
| Scalable Capital | 0€ | 0€ | 0,99€ |
| Sparkasse | 30-60€ | 1,5% | 10-25€ |
| Volksbank | 25-50€ | 1,5% | 9,90-29,90€ |
Doch sind diese günstigen Anbieter auch sicher? Diese Sorge ist verständlich, aber unbegründet. In Deutschland tätige Broker unterliegen der strengen Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Ihre Wertpapiere (ETFs) sind als Sondervermögen gesetzlich geschützt. Das bedeutet, im Falle einer Insolvenz des Brokers gehören die Wertpapiere weiterhin Ihnen und sind von der Insolvenzmasse getrennt. Ihr Geld auf dem Verrechnungskonto ist zudem durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € geschützt. Die Sicherheit ist also auf dem gleichen hohen Niveau wie bei einer traditionellen Bank.
Sicherheits-Checkliste für Neo-Broker
- Einlagensicherung prüfen: Ist das Verrechnungskonto durch ein deutsches oder europäisches System bis 100.000 € abgesichert?
- Sondervermögen verstehen: Sind meine Wertpapiere (Aktien, ETFs) als Sondervermögen im Falle einer Broker-Insolvenz geschützt? (Ja, gesetzlich vorgeschrieben).
- Regulierung kontrollieren: Wird der Broker von der deutschen BaFin reguliert und beaufsichtigt?
- Kapitaltrennung sicherstellen: Werden meine Gelder getrennt vom Unternehmenskapital des Brokers aufbewahrt?
- Prüfungen verifizieren: Finden regelmäßige Kontrollen durch unabhängige Wirtschaftsprüfer statt?
Der Wechsel von einer teuren Hausbank zu einem günstigen Neo-Broker ist ein einfacher Schritt mit enormer finanzieller Wirkung, der die Vorteile einer passiven Strategie erst voll zur Geltung bringt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die überwältigende Mehrheit (über 80 %) der aktiven Fondsmanager in Deutschland scheitert langfristig daran, ihren Vergleichsindex zu schlagen.
- Hohe Gebühren aktiver Fonds (oft >1,5 %) wirken als massive Rendite-Bremse und können Sie über 20 Jahre zehntausende Euro an Vermögen kosten.
- Eine passive „Buy and Hold“-Strategie mit einem einzigen, globalen ETF ist einfach umzusetzen, psychologisch stressfreier und statistisch die überlegene Methode für den langfristigen Vermögensaufbau.
Welcher ETF auf den MSCI World ist der beste für deutsche Steuerzahler?
Nachdem die Entscheidung für eine passive Strategie und einen kostengünstigen Broker gefallen ist, folgt der letzte, entscheidende Schritt: die Auswahl des konkreten ETF. Für Anleger, die eine „Ein-Produkt-Lösung“ suchen, hat sich ein ETF auf einen globalen Index wie den MSCI World oder den FTSE All-World als Standard etabliert. Doch auch hier gibt es kleine, aber wichtige Unterschiede, insbesondere für deutsche Steuerzahler.
Ein zentraler Punkt ist die sogenannte Teilfreistellung. Durch das deutsche Investmentsteuerreformgesetz wird ein Teil der Erträge aus Aktienfonds von der Steuer befreit, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden. Für Aktienfonds (ETFs mit einer Aktienquote von über 50 %) beträgt diese 30 % Teilfreistellung auf Dividenden und Kursgewinne. Das bedeutet, 30 % Ihrer Erträge sind steuerfrei. Um davon uneingeschränkt zu profitieren, sollte der ETF in der EU (idealerweise Irland oder Luxemburg) aufgelegt sein und seine Aktienquote klar ausweisen, was bei den großen Anbietern Standard ist.
Weitere wichtige Kriterien sind eine niedrige Gesamtkostenquote (TER), ein hohes Fondsvolumen (sichert die langfristige Existenz) und die Replikationsmethode (physisch ist transparenter). Für den langfristigen Vermögensaufbau empfiehlt sich zudem eine thesaurierende Variante, bei der Dividenden automatisch wieder angelegt werden, um den Zinseszinseffekt maximal zu nutzen. Basierend auf diesen Kriterien haben sich einige ETFs als besonders geeignet für deutsche Anleger herauskristallisiert:
- iShares Core MSCI World (IE00B4L5Y983): Einer der größten und liquidesten MSCI World ETFs. Thesaurierend, in Irland aufgelegt, mit einer sehr niedrigen TER von 0,20 %.
- Xtrackers MSCI World (IE00BJ0KDQ92): Eine oft noch etwas günstigere Alternative von DWS. Ebenfalls thesaurierend, aus Irland, mit einer TER von nur 0,19 %.
- Vanguard FTSE All-World (IE00B3RBWM25): Eine exzellente Alternative, die nicht den MSCI World, sondern den FTSE All-World abbildet. Der Hauptunterschied: Er enthält zusätzlich Schwellenländer und ist damit noch breiter diversifiziert. Er ist mit einer TER von 0,22 % ebenfalls sehr günstig.
Sie haben nun das Wissen, um die kostspieligen Fehler der Vergangenheit zu vermeiden. Der nächste logische Schritt ist die Umsetzung. Eröffnen Sie ein kostengünstiges Depot, richten Sie einen Sparplan auf einen der genannten Welt-ETFs ein und beginnen Sie noch heute damit, Ihr Vermögen systematisch und intelligent für sich arbeiten zu lassen.