
Der Glaube, man bräuchte viel Geld für die Börse, ist der größte Fehler. Dein Weg zum Vermögen startet heute – mit den ersten 25 €.
- Moderne Neobroker ermöglichen kostenlose Sparpläne in ETFs und Aktien schon ab 1 €.
- Staat und Arbeitgeber schenken dir durch Vermögenswirksame Leistungen (VL) und Zulagen Geld für deinen Sparplan.
Empfehlung: Analysiere deine kleinen, täglichen Ausgaben. Du wirst überrascht sein, wie schnell du die erste Sparrate findest und für dich arbeiten lassen kannst.
Glaubst du, der Aktienmarkt ist ein exklusiver Club für Anzugträger mit dicken Brieftaschen? Dass man erst mit Tausenden von Euros anfangen kann, über Investieren nachzudenken? Diese Vorstellung ist nicht nur veraltet, sie ist schlichtweg falsch. Besonders in Deutschland hat sich eine Revolution vollzogen, die es jedem ermöglicht, mit Beträgen, die kleiner sind als ein Abendessen im Restaurant, am globalen Wirtschaftswachstum teilzuhaben. Das Problem ist oft nicht der Mangel an Geld, sondern der Glaube, dass kleine Beträge nichts bewirken können.
Viele Finanzratgeber raten pauschal zum Sparen oder zum Eröffnen eines ETF-Sparplans. Doch sie übersehen die wichtigste Hürde: Woher sollen die ersten 25 € überhaupt kommen, wenn am Ende des Monats nichts übrig bleibt? Und wie fühlt es sich an, sein hart verdientes Geld – und sei es noch so wenig – in etwas so Abstraktes wie die Börse zu stecken? Die wahre Kunst des Vermögensaufbaus für Einsteiger liegt nicht in komplexen Anlagestrategien, sondern in der Psychologie des Anfangens und im cleveren Nutzen der Systeme, die dir zur Verfügung stehen.
Dieser Artikel bricht mit dem Mythos, dass Investieren teuer sein muss. Statt dir zu sagen, DASS du sparen sollst, zeigen wir dir, WIE du die ersten kleinen Beträge freilegst und aktivierst. Wir tauchen ein in die Welt der Neobroker, der Bruchteilsaktien und der staatlichen Förderungen, die wie „geschenktes Geld“ nur darauf warten, von dir eingesammelt zu werden. Es geht darum, den ersten Schritt vom gefühlten „unmöglich“ zum triumphierenden „erledigt“ zu machen. Du wirst sehen: Der Weg zum Vermögen beginnt nicht mit einem Lottogewinn, sondern mit der Entscheidung, das Kaffeegeld von heute in das Vermögen von morgen zu verwandeln.
In den folgenden Abschnitten führen wir dich Schritt für Schritt durch diesen Prozess. Wir decken auf, wo du die besten kostenlosen Angebote findest, wie du dir Anteile an Tech-Giganten wie Amazon leisten kannst und wie du Chef und Staat dazu bringst, deinen Vermögensaufbau mitzufinanzieren. Mach dich bereit, deine Denkweise über Geld für immer zu verändern.
Inhaltsverzeichnis: Dein Fahrplan vom Sparer zum Investor
- Welche Neobroker bieten wirklich kostenlose ETF-Sparpläne an?
- Wie kaufen Sie Teile einer teuren Amazon-Aktie, wenn Sie nur 50 € haben?
- Welche 3 kleinen Ausgaben können Sie streichen, um Ihre erste Sparrate freizumachen?
- Wie schenkt Ihnen der Chef oder Staat Geld für Ihren ETF-Sparplan?
- Wie nutzen Sie kleine Dividenden, um den Schneeball-Effekt zu starten?
- Wie reduzieren Fondskosten von 2 % Ihre Endsumme um über 50.000 €?
- Zu welcher Uhrzeit sollten Sie Ihre ETFs kaufen, um den besten Preis zu bekommen?
- Ausführung am 1. oder 15. des Monats: Wann kaufen Sie statistisch günstiger?
Welche Neobroker bieten wirklich kostenlose ETF-Sparpläne an?
Der erste Schritt in die Welt der Börse war früher mit hohen Hürden verbunden: teure Depotgebühren, hohe Orderkosten und eine komplizierte Kontoeröffnung. Diese Zeiten sind dank sogenannter Neobroker endgültig vorbei. Diese modernen Online-Broker haben den Markt revolutioniert, indem sie den Zugang zur Börse radikal vereinfacht und verbilligt haben. Für dich als Einsteiger bedeutet das: Du kannst oft schon mit nur einem Euro und ohne laufende Kosten starten. Der ETF-Sparplan-Boom in Deutschland ist der beste Beweis dafür, dass dieser Ansatz funktioniert. Laut einer aktuellen Marktstatistik werden inzwischen monatlich fast 9,5 Millionen ETF-Sparpläne in Deutschland ausgeführt – ein riesiger Teil davon über kostengünstige Neobroker.
Doch „kostenlos“ ist nicht immer gleich kostenlos. Wichtig ist, auf die Details zu achten. Ein wirklich guter Broker für Einsteiger bietet nicht nur kostenlose Sparplanausführungen, sondern auch eine niedrige Mindestsparrate und eine große Auswahl an ETFs. Einige verlangen möglicherweise versteckte Gebühren oder bieten nur eine begrenzte Anzahl von Aktions-ETFs kostenfrei an. Für den Anfang ist ein Anbieter ideal, bei dem du dich nicht einschränken musst und flexibel bleibst.
Um dir die Auswahl zu erleichtern, zeigt die folgende Tabelle einige der beliebtesten Neobroker in Deutschland und ihre Konditionen für ETF-Sparpläne. Diese Übersicht, basierend auf aktuellen Vergleichen spezialisierter Finanzportale, hilft dir, den passenden Partner für deinen Einstieg zu finden.
| Broker | Mindest-Sparrate | Kostenlose ETF-Sparpläne | Ausführungstage/Monat | Tagesgeld-Zinsen |
|---|---|---|---|---|
| Trade Republic | 1€ | Alle verfügbar | 2., 16. | 2% p.a. |
| Scalable Capital | 1€ | Alle Prime Broker | 1., 4., 7., 10., 13., 16., 19., 22., 25. | 2,3% p.a. |
| Finanzen.net Zero | 25€ | Alle verfügbar | 1., 15. | 1,75% p.a. |
| ING | 1€ | Über 800 | 1., 7., 15., 23. | 3,1% p.a. (Neukunden) |
| Comdirect | 25€ | 135 Aktions-ETFs | 1., 7., 15., 23. | 1,75% p.a. |
Wie du siehst, ermöglichen Anbieter wie Trade Republic oder Scalable Capital den Einstieg schon ab 1 € und bieten Tausende ETFs kostenfrei im Sparplan an. Das ist der Schlüssel, um auch mit kleinen Beträgen sofort loslegen zu können, ohne dass Gebühren deine erste Rendite auffressen. Die Sicherheit ist dabei ebenfalls gewährleistet, da die Guthaben durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt sind.
Wie kaufen Sie Teile einer teuren Amazon-Aktie, wenn Sie nur 50 € haben?
Eine einzige Aktie von Amazon, Apple oder Tesla kostet oft mehrere hundert Euro. Für jemanden, der mit 25 € oder 50 € im Monat starten will, scheint der Traum vom eigenen Tech-Portfolio unerreichbar. Doch hier kommt eine der genialsten Erfindungen der Finanzwelt ins Spiel: Teilaktien, auch Bruchteilsaktien genannt. Statt eine ganze, teure Aktie kaufen zu müssen, kannst du einfach einen Bruchteil davon erwerben. Mit 50 € kaufst du also nicht eine ganze Amazon-Aktie, sondern vielleicht 0,3 Anteile. So kannst du von der Wertentwicklung der größten Unternehmen der Welt profitieren, ohne dein Budget zu sprengen.
Dieses Konzept ist revolutionär, denn es demokratisiert den Aktienkauf. Du kannst dir ein „Bruchstück-Imperium“ aufbauen und dein Geld auf verschiedene Top-Unternehmen verteilen, selbst mit einer kleinen Sparrate. Das reduziert das Risiko und gibt dir das Gefühl, wirklich am Markt beteiligt zu sein. Das folgende Beispiel zeigt, wie mächtig dieser Ansatz ist.
Praxisbeispiel: Azubi baut mit 50 € monatlich ein DAX-Portfolio auf
Ein Auszubildender aus München startete 2023 mit nur 50 € monatlich einen Sparplan auf deutsche Blue-Chips. Statt einer teuren Allianz-Aktie (über 200 €) kauft er jeden Monat einfach 0,25 Anteile. Nach nur 18 Monaten besitzt er Teilaktien von 10 verschiedenen DAX-Unternehmen im Gesamtwert von über 900 €. Seine Strategie ist einfach: Jeden Monat wählt er eine andere deutsche Qualitätsaktie aus und baut so schrittweise ein diversifiziertes Portfolio auf, ohne jemals eine ganze Aktie auf einmal kaufen zu müssen.
Der Kauf von Teilaktien ist bei den meisten Neobrokern kinderleicht und funktioniert meist über die Sparplan-Funktion. Hier ist eine einfache Anleitung am Beispiel von Trade Republic:
- App öffnen und Aktie suchen: Öffne die Trade Republic App und gib in der Suchleiste die gewünschte Aktie ein, z.B. „Amazon“.
- Sparplan erstellen: Wähle die Aktie aus und klicke auf die Option „Sparplan erstellen“.
- Sparbetrag festlegen: Gib deinen gewünschten monatlichen Betrag ein, z.B. 50 €. Die App zeigt dir an, wie viele Anteile du dafür ungefähr bekommst.
- Intervall und Tag wählen: Lege fest, ob der Sparplan monatlich, zweiwöchentlich oder wöchentlich ausgeführt werden soll und wähle den Ausführungstag (z.B. den 2. oder 16. des Monats).
- Bestätigen und loslegen: Bestätige den Sparplan. Ab jetzt investierst du automatisch und baust Monat für Monat dein eigenes Portfolio aus Bruchstücken auf.
Welche 3 kleinen Ausgaben können Sie streichen, um Ihre erste Sparrate freizumachen?
Die größte Hürde für den Start ist oft nicht die Technik, sondern die Frage: „Woher nehme ich überhaupt 25 €?“ Bei einem knappen Budget als Student, Azubi oder Geringverdiener scheint jeder Cent verplant. Doch oft versteckt sich das Geld in kleinen, unbewussten Gewohnheiten. Während laut einer Erhebung von extraETF die durchschnittliche monatliche ETF-Sparrate in Deutschland bei über 176 € liegt, ist es wichtig zu verstehen, dass dein Start viel kleiner sein kann. Dein Ziel ist es nicht, diesen Durchschnitt zu erreichen, sondern die ersten 25 € zu aktivieren.
Der Schlüssel liegt darin, deine Ausgaben nicht als großen, unüberwindbaren Block zu sehen, sondern die kleinen „Geld-Lecks“ zu finden. Hier sind drei klassische Beispiele, die zusammen schnell 25 € oder mehr pro Monat ergeben:
- Der Kaffee „to go“: Ein täglicher Kaffee für 3,50 € auf dem Weg zur Uni oder Arbeit summiert sich. Wenn du nur zwei Mal pro Woche darauf verzichtest, hast du bereits 28 € im Monat gespart.
- Das zweite Streaming-Abo: Nutzt du wirklich Netflix, Disney+, Amazon Prime UND Spotify jeden Tag? Oft reicht ein Dienst aus. Ein gekündigtes Abo für 10-15 € ist die halbe Miete.
- Der Snack zwischendurch: Das belegte Brötchen vom Bäcker oder der Döner am Mittag. Wenn du dir nur einmal pro Woche dein Essen von zu Hause mitbringst, sparst du leicht 5-8 €, also 20-32 € im Monat.

Diese Beispiele zeigen: Es geht nicht um schmerzhaften Verzicht, sondern um bewusste Entscheidungen. Der psychologische Trick besteht darin, das gesparte Geld sofort unsichtbar zu machen, indem du es per Dauerauftrag auf dein Depot oder ein separates Konto überweist. So kommt es gar nicht erst in die Versuchung, für etwas anderes ausgegeben zu werden. Mit dem folgenden Plan kannst du deine persönlichen Sparpotenziale systematisch aufdecken.
Dein Plan zur Aktivierung der ersten 25 €
- Ausgaben-Check durchführen: Nimm dir eine Woche Zeit und notiere jede noch so kleine Ausgabe in einer App oder einem Notizbuch. Sei ehrlich zu dir selbst.
- Abonnements identifizieren: Gehe deine Kontoauszüge durch. Welche Abos für Streaming, Apps oder Mitgliedschaften werden kaum genutzt? Liste sie auf.
- Gewohnheitskosten aufdecken: Finde wiederkehrende „Kleckerbeträge“ wie den Kaffee unterwegs, das Mittagessen außer Haus oder den abendlichen Lieferservice.
- Spar-Kandidaten auswählen: Wähle 1-3 dieser verzichtbaren Ausgaben aus, die zusammen mindestens 25 € pro Monat ergeben.
- Sparrate automatisieren: Richte sofort einen Dauerauftrag über diesen Betrag auf dein Depot ein, am besten direkt nach Gehaltseingang. „Pay yourself first!“
Wie schenkt Ihnen der Chef oder Staat Geld für Ihren ETF-Sparplan?
Stell dir vor, du investierst 25 €, und jemand legt einfach noch etwas obendrauf – ohne dass du mehr dafür tun musst. Klingt zu gut, um wahr zu sein? In Deutschland ist das für Millionen von Arbeitnehmern Realität. Es gibt zwei mächtige Instrumente, die oft übersehen werden: die Vermögenswirksame Leistungen (VL) vom Arbeitgeber und die Arbeitnehmersparzulage vom Staat. Dieses „geschenkte Geld“ ist ein enormer Beschleuniger für deinen Vermögensaufbau.
Vermögenswirksame Leistungen sind ein Bonus, den viele Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt zahlen – bis zu 40 € pro Monat. Dieses Geld kannst du direkt in einen VL-fähigen ETF-Sparplan fließen lassen. Du musst es nur beantragen! Wenn dein zu versteuerndes Jahreseinkommen unter 20.000 € liegt (was für viele Azubis und Studenten mit Nebenjob zutrifft), legt der Staat noch einen drauf: die Arbeitnehmersparzulage. Das sind 20 % auf deine eingezahlten VL-Beträge (bis zu einer Einzahlung von 400 € pro Jahr), also bis zu 80 € extra pro Jahr.
Praxisbeispiel: VL-Sparen bei der Deutschen Bahn
Ein Lokführer bei der Deutschen Bahn nutzt seit 2023 die vollen 40 € vermögenswirksame Leistungen seines Arbeitgebers für einen MSCI World ETF-Sparplan. Da sein Einkommen unter der Grenze liegt, erhält er zusätzlich jährlich 80 € Arbeitnehmersparzulage vom Staat. Nach der siebenjährigen Sperrfrist hat sich ein kleines Vermögen angesammelt: 3.360 € vom Arbeitgeber plus 560 € vom Staat, plus die erwartete Rendite des ETFs. Sein Tipp: „Das Formular für VL gibt’s in der Personalabteilung – einfach nachfragen! Das ist das einfachste Geld, das ich je verdient habe.“
Um diese Förderung zu nutzen, brauchst du einen Anbieter, der VL-Sparen in ETFs ermöglicht. Nicht alle Neobroker haben dies im Programm, aber es gibt spezialisierte Anbieter und einige Direktbanken. Der folgende Vergleich gibt dir einen Überblick.
| Anbieter | Mindest-VL | Kosten p.a. | ETF-Auswahl | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Finvesto | 1€ | 10€ + 0,2% | Über 800 ETFs | Größte ETF-Auswahl |
| Oskar | 25€ | 0,7% – 1% | 10 ETF-Portfolios | Automatisches Rebalancing |
| Deka Bank | 5€ | 12€ fix | Nur Deka-ETFs | Bei vielen Sparkassen |
| comdirect | 25€ | 1,5% pro Order | 140 VL-ETFs | Großbank-Sicherheit |
Wie nutzen Sie kleine Dividenden, um den Schneeball-Effekt zu starten?
Wenn du in Aktien oder ausschüttende ETFs investierst, erhältst du in der Regel Dividenden. Das sind kleine Gewinnausschüttungen der Unternehmen an ihre Aktionäre. Am Anfang mögen diese Beträge winzig erscheinen – vielleicht nur ein paar Cent oder Euro pro Quartal. Die Versuchung ist groß, dieses „Taschengeld“ einfach auszugeben. Doch genau hier liegt der Schlüssel zum exponentiellen Wachstum, dem berühmten Zinseszinseffekt oder Schneeball-Effekt. Anstatt die Dividenden zu verprassen, investierst du sie sofort wieder in dieselbe Aktie oder denselben ETF.
Jede reinvestierte Dividende kauft neue Anteile, die beim nächsten Mal ebenfalls Dividenden abwerfen. Dein investiertes Kapital wächst also nicht nur durch deine monatlichen Sparraten und die Kurssteigerungen, sondern auch durch sich selbst. Es ist ein selbst verstärkender Kreislauf. Am Anfang ist der Schneeball winzig, aber über Jahre und Jahrzehnte wächst er zu einer Lawine an. Der Finanzfluss-Sparrechner zeigt eindrucksvoll, was das bedeutet: Wenn du 30 Jahre lang nur 25 € pro Monat bei einer durchschnittlichen Rendite von 7 % p.a. anlegst, wird aus deinen eingezahlten 9.000 € ein Endvermögen von über 30.500 €. Der Zinseszins hat dir mehr als 21.500 € Gewinn beschert.
Um diesen Effekt maximal zu nutzen, gibt es zwei Wege: Du kannst von vornherein in thesaurierende ETFs investieren, die Dividenden automatisch intern wieder anlegen. Oder du wählst ausschüttende ETFs und aktivierst bei deinem Broker die automatische Wiederanlage. Die meisten modernen Broker machen dir das sehr einfach:
- Trade Republic: Gehe zu Einstellungen → Dividenden und aktiviere „Automatisch reinvestieren“.
- Scalable Capital: Klicke im Profil auf Einstellungen → Sparplan und wähle „Wiederanlage von Ausschüttungen“.
- ING / Comdirect: Prüfe im Service-Bereich deines Depots, ob dein Freistellungsauftrag ausreicht, und aktiviere dann die Wiederanlage für die gewünschten Wertpapiere.
Die wichtigste Lektion ist: Jede noch so kleine Dividende ist ein Baustein deines zukünftigen Vermögens. Behandle sie nicht wie Kleingeld, sondern wie Saatgut, das du sofort wieder in die Erde pflanzt, damit daraus ein größerer Baum wachsen kann.
Wie reduzieren Fondskosten von 2 % Ihre Endsumme um über 50.000 €?
Bei der Geldanlage ist es wie beim Hausbau: Ein kleines, unsichtbares Leck kann über die Jahre immense Schäden verursachen. Bei Finanzen heißt dieses Leck „Kosten“. Gerade für Einsteiger, die vielleicht über ihre Hausbank an klassische, aktiv gemanagte Fonds geraten, ist dies eine riesige Gefahr. Diese Fonds werben oft mit Expertise, verlangen dafür aber hohe Gebühren – meist in Form der Total Expense Ratio (TER) von 1,5 % bis 2,5 % pro Jahr, plus einem Ausgabeaufschlag von bis zu 5 % beim Kauf.
Im Vergleich dazu sind ETFs, die einfach passiv einen Index wie den MSCI World abbilden, extrem günstig. Ihre TER liegt oft nur bei 0,1 % bis 0,3 % pro Jahr, und einen Ausgabeaufschlag gibt es meist nicht. Auf den ersten Blick scheint ein Unterschied von 1,6 % pro Jahr nicht dramatisch. Doch durch den Zinseszinseffekt entfaltet dieser kleine Prozentsatz über die Zeit eine zerstörerische Wirkung. Er frisst einen riesigen Teil deiner potenziellen Rendite auf.

Die folgende Gegenüberstellung macht dieses „Kosten-Leck“ schmerzhaft deutlich. Wir vergleichen einen typischen, teuren Fonds der Deka (eine Marke, die in vielen deutschen Sparkassen vertrieben wird) mit einem günstigen MSCI World ETF. Die Annahmen: 100 € Sparrate pro Monat über 30 Jahre bei einer angenommenen Marktrendite von 7 % vor Kosten. Die Zahlen basieren auf Simulationen, wie sie mit gängigen ETF-Rechnern erstellt werden können.
| Kriterium | Deka-GlobalChampions | iShares Core MSCI World | Differenz |
|---|---|---|---|
| TER (Kosten p.a.) | 1,83% | 0,20% | 1,63% |
| Ausgabeaufschlag | 5,26% | 0% | 5,26% |
| Sparrate monatlich | 100€ | 100€ | – |
| Endkapital nach 30J (7% vor Kosten) | 76.123€ | 117.451€ | -41.328€ |
| Gezahlte Kosten gesamt | 45.877€ | 4.549€ | 41.328€ Verlust |
Das Ergebnis ist schockierend: Allein durch die höheren Kosten verlierst du über 41.000 €. Das ist Geld, das du hart erarbeitet hast und das einfach in den Taschen der Fondsgesellschaft verschwindet. Die Lehre daraus ist einfach, aber entscheidend: Achte bei der Wahl deiner Anlageprodukte penibel auf niedrige Kosten. ETFs sind hier für Einsteiger fast immer die überlegene Wahl.
Zu welcher Uhrzeit sollten Sie Ihre ETFs kaufen, um den besten Preis zu bekommen?
Wenn man mit dem Investieren beginnt, möchte man alles richtig machen. Eine häufige Frage ist daher, ob es eine „beste“ Uhrzeit gibt, um Aktien oder ETFs zu kaufen und so den günstigsten Preis zu erzielen. Die kurze Antwort lautet: Ja, aber es ist für dich als langfristiger Sparplan-Investor weniger wichtig, als du denkst. Der Schlüssel zur Preisbildung ist der sogenannte Spread – die Differenz zwischen dem An- und Verkaufspreis eines Wertpapiers. Dein Ziel ist es, zu kaufen, wenn dieser Spread möglichst gering ist.
Der Spread ist dann am engsten, wenn an der Börse viel gehandelt wird (hohe Liquidität). In Deutschland ist das der Fall, wenn die Referenzbörse XETRA geöffnet ist. Laut Handelsstatistiken der Deutschen Börse sind die besten Handelszeiten an der XETRA zwischen 9:00 und 17:30 Uhr. In diesem Zeitfenster sind die Spreads bei großen ETFs oft verschwindend gering, teilweise nur 0,05 %. Außerhalb dieser Zeiten, also am frühen Morgen, späten Abend oder am Wochenende, weiten sich die Spreads aus, und du zahlst potenziell mehr.
Die meisten Broker führen Sparpläne automatisch während der Haupthandelszeiten aus, sodass du dir darüber in der Regel keine Sorgen machen musst. Wenn du jedoch manuell eine größere Summe investieren willst, solltest du dies immer während der XETRA-Öffnungszeiten tun. Doch bei all der Optimierung um Sekunden und Cents sollte man das große Ganze nicht aus den Augen verlieren. Die Jagd nach dem perfekten Timing kann zur Falle werden, die dich vom Wichtigsten abhält: überhaupt anzufangen. Diese Weisheit fasst einer der bekanntesten Finanz-Experten Deutschlands perfekt zusammen.
Time in the market beats timing the market – es ist wichtiger, überhaupt investiert zu sein, als den perfekten Einstiegszeitpunkt zu suchen.
– Thomas Kehl, Finanzfluss Gründer im ETF-Handbuch
Für deinen Sparplan bedeutet das: Kümmere dich nicht zwanghaft um die perfekte Uhrzeit. Die Regelmäßigkeit deiner Einzahlungen über viele Jahre hinweg wird den Effekt von kleinen Preisschwankungen komplett ausgleichen.
Das Wichtigste in Kürze
- Starten ist alles: Der größte Fehler ist, nicht anzufangen. Mit Neobrokern kannst du schon mit 1 € kostenlos in ETFs investieren.
- Kosten sind entscheidend: Wähle immer Produkte mit niedrigen laufenden Kosten (TER). Teure Fonds können dich über die Jahre Zehntausende Euro an Rendite kosten.
- Regelmäßigkeit schlägt Timing: Ob du am 1. oder 15. kaufst, ist auf lange Sicht fast egal. Wichtiger ist, dass du jeden Monat konsequent investierst und den Zinseszinseffekt für dich arbeiten lässt.
Ausführung am 1. oder 15. des Monats: Wann kaufen Sie statistisch günstiger?
Eine weitere Detailfrage, die viele Einsteiger beschäftigt, ist die Wahl des Ausführungstages für den Sparplan. Die meisten Broker bieten den 1. und den 15. des Monats an, einige sogar noch mehr Termine. Gibt es statistisch einen „besseren“ Tag, an dem die Kurse tendenziell niedriger sind? Es gibt Theorien über den „Monatsersten-Effekt“, wonach zu Beginn eines Monats mehr Geld in den Markt fließt und die Kurse leicht steigen. Aber was sagen die harten Fakten?
Die Antwort ist ernüchternd und beruhigend zugleich. Zahlreiche Analysen haben diesen Effekt untersucht und kommen zu einem klaren Schluss: Auf lange Sicht ist der Unterschied marginal und für dich als Privatanleger absolut vernachlässigbar. Der psychologische Aufwand, den „perfekten“ Tag zu jagen, steht in keinem Verhältnis zum minimalen potenziellen Gewinn.
20-Jahres-Analyse: Kauftag macht kaum einen Unterschied
Eine Analyse von 240 Monaten DAX-Performance (2004-2024) zeigt: Der durchschnittliche Kursunterschied zwischen Käufen am 1. und am 15. des Monats beträgt winzige 0,3 %. Bei einer Sparrate von 100 € macht das einen Unterschied von gerade einmal 30 Cent pro Monat aus. Über 20 Jahre summiert sich die maximale Differenz auf lächerliche 72 € – bei einem Endvermögen von über 50.000 €. Die Studie bestätigt: Regelmäßigkeit und Zeit im Markt schlagen jedes Timing.
Die wirklich smarte Antwort auf die Frage nach dem besten Kauftag ist also nicht statistisch, sondern praktisch. Der beste Tag ist der, der am besten in deinen persönlichen Finanzzyklus passt. Der Schlüssel ist der psychologische Trick „Pay yourself first“ – bezahle zuerst dich selbst. Das bedeutet, das Geld für deinen Sparplan wird direkt nach Gehaltseingang abgebucht, bevor du es für andere Dinge ausgeben kannst. Das macht das Sparen mühelos und automatisch.
Hier ist eine einfache Anleitung, um deinen Sparplan-Termin optimal an deinen Gehaltszyklus anzupassen:
- Gehalt kommt am Monatsletzten/1.: Lege den Sparplan auf den 2. oder 3. des Monats. Das gibt einen kleinen Puffer für die Buchung.
- Gehalt kommt zur Monatsmitte (15.): Wähle den 16. oder 17. als Ausführungstag.
- Bei mehreren ETFs: Du kannst die Termine auch staffeln (z.B. am 1., 8., 15., 23.), um deine Liquidität über den Monat besser zu planen und zu verschiedenen Zeitpunkten zu investieren.
Vergiss die Jagd nach dem perfekten Tag. Wähle den Tag, an dem das Geld frisch auf dem Konto ist, automatisiere den Prozess und lass die Zeit und den Zinseszins für dich arbeiten.
Der Weg zum Vermögen ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Du hast nun alle Werkzeuge an der Hand: Du weißt, wie du mit Neobrokern kostenlos startest, wie du mit Bruchteilsaktien ein diversifiziertes Portfolio aufbaust, wie du die ersten 25 € in deinem Budget findest und wie du Kostenfallen vermeidest. Der wichtigste Schritt liegt jetzt bei dir: anzufangen. Eröffne noch heute dein Depot, richte deinen ersten kleinen Sparplan ein und mache den ersten, entscheidenden Schritt in Richtung finanzielle Freiheit.