Veröffentlicht am März 15, 2024

Die Verdopplung Ihrer Mieteinnahmen ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines professionellen Systems, das weit über Standard-Vermietung hinausgeht.

  • Rechtliche Hürden wie das Zweckentfremdungsverbot sind keine Blockade, sondern ein strategischer Vorteil, der den Markt vor Amateuren schützt.
  • Skalierbarkeit wird nicht durch mehr Arbeit, sondern durch smarte Automatisierung und den richtigen Tech-Stack erreicht.

Empfehlung: Wechseln Sie vom Denken eines Gastgebers zum Denken eines Unternehmers. Ihr Ziel ist nicht, eine Wohnung zu vermieten, sondern ein profitables Beherbergungs-System zu betreiben.

Der Traum vieler Immobilienbesitzer ist klar: Mit der Kurzzeitvermietung auf Plattformen wie Airbnb die Einnahmen im Vergleich zu einer klassischen Langzeitvermietung signifikant steigern. Doch die Realität sieht oft anders aus. Viele Vermieter verfangen sich im täglichen Klein-Klein aus Gästekommunikation, Schlüsselübergaben und Preismanagement, nur um am Ende eine Rendite zu erzielen, die den Mehraufwand kaum rechtfertigt. Die üblichen Ratschläge – schöne Fotos machen, freundlich sein, die Preise saisonal anpassen – kratzen nur an der Oberfläche und führen selten zum gewünschten Durchbruch.

Der entscheidende Fehler liegt in der Perspektive. Erfolgreiche Airbnb-Vermietung ist kein erweitertes Gastgebertum, sondern ein knallhartes Geschäft. Der Schlüssel zur Verdopplung Ihrer Einnahmen liegt nicht darin, ein *besserer* Gastgeber zu sein, sondern ein *smarterer* Betreiber zu werden. Was, wenn die oft gefürchteten rechtlichen Hürden in Deutschland in Wahrheit Ihr grösster strategischer Vorteil sind? Was, wenn die wahre Skalierung nicht in mehr Objekten, sondern in der radikalen Automatisierung Ihrer Abläufe liegt?

Dieser Leitfaden bricht mit den gängigen Mythen. Er zeigt Ihnen den unternehmerischen Weg, wie Sie Ihre Ferienwohnung als professionelles System betreiben. Wir tauchen tief in die rechtlichen Fallstricke ein, die für Profis Chancen bieten, definieren die Investitionen, die sich wirklich auszahlen, und enthüllen die Strategien, um selbst in der Nebensaison eine hohe Auslastung zu sichern. Machen Sie sich bereit, Ihr Airbnb-Projekt vom zeitaufwendigen Hobby in eine hochprofitable Einnahmequelle zu verwandeln.

Um diese Transformation erfolgreich zu gestalten, beleuchten wir in diesem Artikel die entscheidenden Hebel. Von den rechtlichen Grundlagen bis hin zur strategischen Positionierung erfahren Sie, wie Sie ein robustes und skalierbares Vermietungsgeschäft in Deutschland aufbauen.

Wo ist Airbnb in Deutschland verboten und welche Bussgelder drohen (bis 500.000 €)?

Die erste Hürde für jeden angehenden Airbnb-Unternehmer in Deutschland ist das sogenannte Zweckentfremdungsverbot. Dieses Gesetz soll verhindern, dass knapper Wohnraum dem regulären Mietmarkt entzogen und in lukrativere Ferienwohnungen umgewandelt wird. Für Amateure ist dies oft das Ende des Traums. Für Profis ist es ein strategischer Filter, der den Wettbewerb ausdünnt. Die Strafen für Verstösse sind drastisch: In Metropolen wie Berlin oder München können bis zu 500.000 Euro Bussgeld verhängt werden. Diese Summe allein sollte jeden dazu bewegen, die Regeln nicht nur zu kennen, sondern sie als Teil der Geschäftsstrategie zu begreifen.

Die Regelungen sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich, was die Sache komplex, aber für Informierte auch beherrschbar macht. Es geht um maximale Vermietungstage pro Jahr, Registrierungspflichten und Genehmigungsverfahren. In Berlin beispielsweise dürfen Sie Ihre Hauptwohnung maximal 90 Tage im Jahr vermieten und benötigen dafür eine Registriernummer. Eine Zweitwohnung darf gar nicht kurzzeitig vermietet werden. In München sind es nur 8 Wochen pro Jahr, in Stuttgart 10. Wer diese Regeln kennt und sein Geschäftsmodell darauf ausrichtet – etwa durch eine Mischung aus Kurz- und mittelfristiger Vermietung – kann legal und profitabel agieren, während uninformierte Konkurrenten aufgeben müssen.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Regelungen in einigen deutschen Grossstädten, basierend auf einer Analyse der lokalen Zweckentfremdungsverbote.

Zweckentfremdungsregeln in deutschen Grossstädten
Stadt Max. Vermietungsdauer Registrierung Max. Bussgeld
Berlin 90 Tage/Jahr (Hauptwohnung) Pflicht mit Registriernummer 500.000 €
München 8 Wochen/Jahr Genehmigungspflicht 500.000 €
Hamburg 8 Wochen/Jahr (Vollvermietung) Wohnraumschutznummer 500.000 €
Stuttgart 10 Wochen/Jahr Registrierung erforderlich 100.000 €
Köln 90 Tage/Jahr Je nach Bezirk 50.000 €

Das Verständnis dieser lokalen Bestimmungen ist keine lästige Pflicht, sondern der erste Schritt zur Professionalisierung. Es ermöglicht Ihnen, Standorte und Immobilien strategisch zu bewerten und ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das auf einem soliden rechtlichen Fundament steht.

Wie viel müssen Sie in Einrichtung investieren, um Top-Bewertungen zu bekommen?

Um Premium-Preise durchzusetzen und exzellente Bewertungen zu erhalten, die wiederum Ihre Sichtbarkeit steigern, reicht eine „saubere und ordentliche“ Wohnung nicht aus. Gäste, die bereit sind, mehr als den Durchschnitt zu zahlen, erwarten ein Erlebnis, keine reine Übernachtungsmöglichkeit. Die Investition in eine hochwertige und durchdachte Einrichtung ist daher kein Kostenfaktor, sondern ein entscheidender Hebel zur Umsatzsteigerung. Es geht darum, sich von der Masse der Standard-IKEA-Wohnungen abzuheben und eine Zielgruppe anzusprechen, die Qualität zu schätzen weiss und dafür bezahlt.

Stilvoll eingerichtetes Airbnb-Apartment mit hochwertigen Möbeln und Dekorationen

Wie das Bild zeigt, schaffen Designermöbel, lokale Kunst und eine durchdachte Beleuchtung eine Atmosphäre, die weit über das Funktionale hinausgeht. Investieren Sie gezielt in die Punkte, die von Gästen am meisten wahrgenommen und geschätzt werden: ein exzellentes Bett mit hochwertiger Matratze, eine voll ausgestattete Küche mit einem hochwertigen Kaffeevollautomaten und ein Badezimmer, das an ein Spa erinnert. Diese Details rechtfertigen nicht nur einen höheren Preis, sondern führen auch zu den begehrten 5-Sterne-Bewertungen und begeisterten Kommentaren, die zukünftige Gäste überzeugen.

Portfolio-Beispiel: BRIGHT Apartments von Hendrik Kuhlmann

Ein herausragendes Beispiel für professionelles Hosting in Deutschland ist Hendrik Kuhlmann, der mit seiner Marke BRIGHT über 150 Apartments betreibt. Seine Strategie basiert auf Multi-Unit-Gebäuden wie Boutique-Hotels mit bis zu 30 Einheiten in Städten wie Dortmund und Rosenheim. Dieser skalierte Ansatz zeigt, dass eine hohe Dichte an professionell eingerichteten und verwalteten Einheiten an einem Ort die Effizienz und Profitabilität massiv steigert.

Für den deutschen Markt gibt es spezifische Ausstattungsmerkmale, die einen echten Wettbewerbsvorteil darstellen können. Eine Wallbox für Elektroautos ist in einem Land mit wachsender E-Mobilität ein entscheidendes Buchungskriterium. Ein ergonomischer Arbeitsplatz mit höhenverstellbarem Schreibtisch zieht Geschäftsreisende und Digitalnomaden an, die bereit sind, für längere Aufenthalte mehr zu zahlen. Es geht darum, die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe zu antizipieren und zu übertreffen.

Putzen, Schlüsselübergabe, Wäsche: Wie automatisieren Sie den Gästewechsel?

Der Gästewechsel ist der zeit- und arbeitsintensivste Teil des Airbnb-Geschäfts. Wer hier versucht, alles selbst zu machen, wird schnell an seine Grenzen stossen und kann nicht skalieren. Der Sprung vom Amateur zum Profi gelingt, wenn Sie aufhören, *in* Ihrem Geschäft zu arbeiten, und anfangen, *an* Ihrem Geschäft zu arbeiten. Das bedeutet: radikale Automatisierung und Systematisierung der operativen Prozesse. Ihr Ziel muss es sein, dass der gesamte Gästewechsel reibungslos abläuft, ohne dass Sie persönlich anwesend sein müssen.

Nahaufnahme eines digitalen Türschlosses mit unscharfem Apartment-Hintergrund

Das Herzstück der Automatisierung ist die Technologie. Smarte Schlösser, wie im Bild zu sehen, ermöglichen einen schlüssellosen Zugang per Code, der für jeden Gast individuell und zeitlich begrenzt gültig ist. Dies eliminiert nicht nur die Notwendigkeit einer persönlichen Schlüsselübergabe, sondern erhöht auch die Sicherheit. Kombiniert wird dies mit einem professionellen Tech-Stack: Ein Channel Manager wie das Berliner Unternehmen Smoobu synchronisiert Ihre Kalender über alle Plattformen (Airbnb, Booking.com etc.) hinweg und verhindert Doppelbuchungen. Tools für dynamische Preisgestaltung wie PriceLabs passen Ihre Raten automatisch an Nachfrage, Saison und lokale Ereignisse an, um die Einnahmen zu maximieren.

Für die Reinigung gibt es ebenfalls skalierbare Lösungen. Statt selbst zu putzen, können Sie Reinigungskräfte als Minijobber anmelden oder Dienstleister wie Helpling.de nutzen. Wichtig ist eine standardisierte Checkliste, damit die Qualität bei jedem Wechsel gleichbleibend hoch ist. Auch die Gästekommunikation lässt sich weitgehend automatisieren. Erstellen Sie Vorlagen für alle wichtigen Nachrichten: Buchungsbestätigung, Check-in-Anweisungen, WLAN-Passwort, Hausregeln und Check-out-Erinnerungen. Diese können über die meisten Channel Manager zeitgesteuert versendet werden. So stellen Sie einen professionellen und lückenlosen Service sicher, während Sie Ihre Zeit für strategische Aufgaben nutzen.

Wie füllen Sie Ihre Ferienwohnung auch im November und Februar?

Die grösste Herausforderung für jeden Vermieter ist die Nebensaison. Während die Sommermonate und Feiertage oft von selbst laufen, entscheiden die Buchungen in schwachen Monaten wie November oder Februar über die Jahresrendite. Die Standardstrategie, einfach die Preise zu senken, führt oft zu einem Preiskampf nach unten und zieht nicht immer die besten Gäste an. Ein unternehmerischer Ansatz erfordert eine proaktive Nachfragegenerierung und die gezielte Ansprache von Nischen, die auch ausserhalb der Hauptsaison reisen.

Ein wichtiger Hebel sind lokale Ereignisse. Während der durchschnittliche Airbnb-Preis in Berlin bei 74 Euro liegt, können die Preise während grosser Messen, Konferenzen oder Konzerten leicht verdoppelt oder verdreifacht werden. Halten Sie einen Kalender mit allen relevanten Veranstaltungen in Ihrer Stadt und passen Sie Ihre Preisstrategie frühzeitig an. Dies füllt nicht nur die Kasse, sondern kann auch Lücken in der Nebensaison schliessen, da viele Geschäftsreisende wetterunabhängig buchen.

Darüber hinaus sollten Sie aktiv andere Zielgruppen ansprechen. Denken Sie an:

  • Geschäftsreisende und Monteure: Diese Zielgruppe benötigt oft unter der Woche eine Unterkunft und ist weniger preissensibel. Eine Ausstattung mit schnellem WLAN, einem guten Schreibtisch und einer Kaffeemaschine ist hier entscheidend.
  • Langzeitaufenthalte: Bieten Sie attraktive Wochen- oder Monatsrabatte an, um Digitalnomaden, Projektmitarbeiter oder Menschen anzuziehen, die zwischen zwei Wohnungen eine Übergangslösung suchen. Dies sichert eine Grundauslastung und reduziert den operativen Aufwand.
  • Themen-Pakete: Kreieren Sie Angebote rund um lokale Besonderheiten. Ein „Wellness-Wochenende“ mit Gutscheinen für die nahegelegene Therme oder ein „Kultur-Trip“ mit vorab organisierten Museumstickets kann auch in der Nebensaison Anreize schaffen.

Die Kunst besteht darin, Ihre Immobilie nicht nur als Bett anzubieten, sondern als Lösung für ein spezifisches Bedürfnis. Durch diese strategische Positionierung werden Sie unabhängiger von der saisonalen touristischen Nachfrage.

Booking.com oder Airbnb: Wo bleibt am Ende mehr Netto vom Brutto?

Die Frage, auf welcher Plattform man inserieren sollte, ist für viele Vermieter zentral. Airbnb und Booking.com sind die beiden Giganten, doch sie verfolgen unterschiedliche Modelle, die sich direkt auf Ihren Nettogewinn und Ihren operativen Aufwand auswirken. Ein professioneller Betreiber trifft diese Entscheidung nicht aus dem Bauch heraus, sondern auf Basis einer klaren Analyse von Gebühren, Zielgruppen und Stornierungsrisiken.

Airbnb arbeitet typischerweise mit einem geteilten Gebührenmodell: Der Vermieter zahlt eine geringe Servicegebühr (meist um 3 %), während der Gast den grösseren Teil (bis zu 14 %) trägt. Booking.com hingegen verlangt vom Vermieter eine deutlich höhere Kommission (oft 15 % oder mehr), präsentiert dem Gast dafür aber einen Endpreis ohne sichtbare Servicegebühr. Auf den ersten Blick scheint Airbnb für den Vermieter günstiger. Allerdings kann die hohe Gastgebühr auf Airbnb dazu führen, dass Ihr Gesamtpreis weniger wettbewerbsfähig erscheint. Zudem haben die Plattformen unterschiedliche Zielgruppen: Airbnb zieht tendenziell Lifestyle-orientierte Reisende für längere Aufenthalte an, während Booking.com stark bei Geschäftsreisenden und für kürzere Trips ist. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Schutz: Airbnb bietet mit AirCover eine integrierte Versicherung, bei Booking.com ist eine separate Haftpflichtversicherung unerlässlich.

Die folgende Tabelle, die auf einer vergleichenden Analyse der Plattformen basiert, fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen.

Vergleich Airbnb vs. Booking.com Gebühren und Features
Kriterium Airbnb Booking.com
Servicegebühr Vermieter 3% 15% (kann variieren)
Gebühr für Gäste 14% 0% (im Preis enthalten)
Zahlungsabwicklung Sicher über Plattform Direktzahlung möglich
Stornierungsrate Niedriger Höher
Zielgruppe Lifestyle-orientiert, längere Aufenthalte Geschäftsreisende, kurze Aufenthalte
Versicherung AirCover inklusive Zusätzliche Haftpflicht nötig

Die Lösung: Die Channel-Manager-Strategie

Die Antwort auf die Frage „Airbnb oder Booking.com?“ lautet für Profis: beides. Anstatt sich für eine Plattform zu entscheiden, nutzen sie einen Channel Manager (z.B. Smoobu), um auf allen relevanten Portalen gleichzeitig präsent zu sein. Die Software synchronisiert die Kalender in Echtzeit, verhindert Doppelbuchungen und ermöglicht es, die spezifischen Vorteile jeder Plattform zu nutzen. So maximieren Sie Ihre Sichtbarkeit und Auslastung, indem Sie verschiedene Zielgruppen gleichzeitig ansprechen.

Die Multikanal-Strategie ist der Schlüssel zur Maximierung der Auslastung. Anstatt sich auf eine Plattform zu verlassen, streuen Sie Ihr Angebot und damit Ihr Risiko. Dies ist ein Kernelement des unternehmerischen Ansatzes.

Dürfen Sie in diesem Wohngebiet überhaupt an Feriengäste vermieten?

Neben dem städtischen Zweckentfremdungsverbot gibt es eine weitere, oft übersehene rechtliche Ebene: das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) und das Baurecht. Besonders wenn sich Ihre Immobilie in einer Wohnungseigentümergemeinschaft befindet, sind Sie nicht völlig frei in Ihren Entscheidungen. Die gute Nachricht zuerst: Eine grundlegende Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) stärkt die Rechte der Vermieter.

Eine kurzzeitige Vermietung ist grundsätzlich erlaubt, solange die Teilungserklärung oder Gemeinschaftsordnung dies nicht explizit verbietet

– Bundesgerichtshof (BGH), Urteil vom 12.04.2019, Aktenzeichen V ZR 112/18

Dieses Urteil bedeutet, dass eine WEG die Kurzzeitvermietung nicht per einfachem Mehrheitsbeschluss untersagen kann. Ein Verbot muss bereits in der Teilungserklärung oder der Gemeinschaftsordnung verankert sein. Daher ist der erste und wichtigste Schritt, diese Dokumente akribisch zu prüfen. Suchen Sie nach Klauseln, die eine gewerbliche Nutzung oder eine Vermietung an „häufig wechselnde Personen“ einschränken oder ausschliessen.

Eine weitere wichtige Prüfung betrifft den Bebauungsplan Ihrer Gemeinde. Dieser legt fest, welche Art von Nutzung in einem Gebiet zulässig ist. In einem „Reinen Wohngebiet“ (WR) kann die regelmässige Vermietung an Feriengäste als unzulässige gewerbliche Nutzung eingestuft werden. In einem „Allgemeinen Wohngebiet“ (WA) sind die Chancen in der Regel besser, da hier eine Mischung aus Wohnen und nicht störendem Gewerbe erlaubt ist. Bevor Sie also investieren, ist ein Blick in diese Dokumente unerlässlich, um teure Fehler zu vermeiden.

Ihr rechtlicher Fahrplan: Prüfschritte vor der ersten Vermietung

  1. Teilungserklärung prüfen: Suchen Sie nach expliziten Verboten oder Einschränkungen bezüglich der Kurzzeitvermietung.
  2. Gemeinschaftsordnung analysieren: Prüfen Sie die Hausordnung auf Regeln, die die Vermietung an Feriengäste erschweren könnten (z.B. Ruhezeiten, Nutzung von Gemeinschaftseigentum).
  3. Bebauungsplan einsehen: Klären Sie bei der zuständigen Baubehörde, ob Ihre Immobilie in einem Reinen (WR) oder Allgemeinen Wohngebiet (WA) liegt und welche Konsequenzen dies hat.
  4. Eigentümerversammlung vorbereiten: Sollten die Dokumente unklar sein, bereiten Sie einen Antrag für die nächste Eigentümerversammlung vor, um Rechtssicherheit zu erlangen.
  5. Hausverwaltung und Miteigentümer einbeziehen: Suchen Sie proaktiv das Gespräch, um Bedenken auszuräumen und Konflikte von vornherein zu vermeiden.

Diese sorgfältige rechtliche Vorarbeit schützt nicht nur vor Bussgeldern und Klagen, sondern schafft auch eine solide Grundlage für Ihr Investment und den friedlichen Umgang mit Ihren Nachbarn.

Warum Abo-Modelle (Subscription) der Turbo für die Umsatzbewertung sind?

Ein wirklich professioneller Airbnb-Betreiber denkt über die einzelne Buchung hinaus. Das Ziel ist der Aufbau von wiederkehrenden, planbaren Einnahmen (Recurring Revenue). Dies stabilisiert nicht nur den Cashflow, insbesondere in der Nebensaison, sondern steigert auch den Unternehmenswert bei einem potenziellen späteren Verkauf (Exit) erheblich. Banken und Investoren bewerten ein Geschäft mit planbaren Abo-Einnahmen deutlich höher als eines, das von schwankenden saisonalen Buchungen abhängig ist. Der Schlüssel dazu liegt in der Entwicklung von Subscription-Modellen, die über die klassische Vermietung hinausgehen.

Eine der effektivsten Strategien ist die Schaffung von B2B-Abo-Modellen für Firmenkunden. Statt auf einzelne Geschäftsreisende zu hoffen, gehen Sie proaktiv auf lokale Unternehmen zu. Viele Firmen haben regelmässig Bedarf an Unterkünften für Mitarbeiter, Kunden oder externe Berater. Anstatt jedes Mal neu zu buchen, können sie bei Ihnen ein festes Kontingent an Übernachtungen pro Jahr zu einem vergünstigten Preis kaufen. Dies sichert Ihnen Einnahmen im Voraus und füllt Ihre Apartments genau dann, wenn die touristische Nachfrage gering ist.

Praxisbeispiel: Das Firmen-Abo-Modell

Ein innovativer Vermieter in einer deutschen Messestadt entwickelte ein Abo-Modell für lokale mittelständische Unternehmen. Firmen können ein Paket von 50 Übernachtungen pro Jahr für ihre Mitarbeiter kaufen. Der Preis pro Nacht liegt unter dem flexiblen Airbnb-Preis, aber über der ortsüblichen Langzeitmiete. Das Ergebnis: garantierte Einnahmen von mehreren Unternehmen, eine hohe Grundauslastung in der Nebensaison und ein Geschäftsmodell, das für potenzielle Käufer extrem attraktiv ist.

Neben Firmen-Abos gibt es weitere Wege, wiederkehrende Einnahmen aufzubauen:

  • Stammgast-Programme: Richten Sie eine eigene Direktbuchungs-Website ein und bieten Sie wiederkehrenden Gästen exklusive Rabatte oder Vorteile.
  • Langzeit-Pakete: Entwickeln Sie spezielle Angebote für Digitalnomaden oder Personen in beruflichen Übergangsphasen, die für 1-3 Monate eine Unterkunft suchen.
  • Markenbildung: Bauen Sie eine starke lokale Marke auf. Ihr Ziel sollte sein, dass die Leute nicht „ein Airbnb“, sondern „ein Apartment von [IHRER MARKE]“ buchen wollen.

Diese Strategien transformieren Ihr Geschäft von einer reinen Vermietung zu einem echten Dienstleistungsunternehmen mit festem Kundenstamm.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rechtliches Wissen ist ein Wettbewerbsvorteil: Wer die lokalen Gesetze (Zweckentfremdung, WEG) versteht, kann legal agieren und sich von der Konkurrenz absetzen.
  • Automatisierung ist der Schlüssel zur Skalierung: Investieren Sie in einen Tech-Stack (Channel Manager, Smart Locks), um Prozesse zu automatisieren und sich auf das strategische Wachstum zu konzentrieren.
  • Diversifizierung maximiert den Profit: Verlassen Sie sich nicht auf eine Plattform oder eine Zielgruppe. Eine Multikanal-Strategie und B2B-Angebote sichern die Auslastung und steigern den Unternehmenswert.

Warum bieten Gewerbeimmobilien höhere Renditen als Wohnungen und für wen eignet sich das?

Für Vermieter, die an die Grenzen des Zweckentfremdungsverbots stossen oder nach der ultimativen Skalierungsstrategie suchen, gibt es einen Weg, die strengen Regeln für Wohnraum komplett zu umgehen: die Investition in Gewerbeimmobilien. Das Zweckentfremdungsverbot gilt, wie der Name schon sagt, nur für Wohnraum. Gewerblich zugelassene Flächen wie Büros, Läden oder ganze Boardinghouses fallen nicht darunter. Das eröffnet einen entscheidenden strategischen Vorteil.

Der grösste Hebel liegt in der Legalität der ganzjährigen Vermietung. Während Sie eine private Zweitwohnung in Berlin oder München gar nicht kurzfristig vermieten dürfen, können Gewerbeimmobilien legal 365 Tage pro Jahr an Feriengäste oder Geschäftsreisende vermietet werden. Dies ermöglicht eine maximale Auslastung und damit eine potenziell deutlich höhere Rendite als bei jeder Wohnimmobilie unter den gleichen rechtlichen Rahmenbedingungen. Diese Strategie eignet sich für unternehmerisch denkende Investoren, die bereit sind, einen höheren initialen Aufwand in Kauf zu nehmen.

Konversionsstrategie: Vom Büro zum Boutique-Apartment

Eine gängige Strategie in Konversionsgebieten, wie Teilen des Ruhrgebiets oder alten Industrievierteln in Grossstädten, ist der Erwerb von günstigen Gewerbeflächen in B-Lagen. Ein leerstehendes Bürogebäude oder eine ehemalige Ladenfläche kann nach einer Nutzungsänderung in einen Beherbergungsbetrieb umgewandelt werden. Der Vorteil: Die Anschaffungskosten sind oft niedriger als für Wohnraum in A-Lagen, während die Rendite durch die ganzjährige Vermietung maximiert wird. Dies ist die Königsdisziplin für Immobilienunternehmer.

Diese Vorgehensweise ist jedoch nicht für jeden geeignet. Sie erfordert ein höheres Mass an Kapital, Expertise im Umgang mit Baurecht (Nutzungsänderungsanträge) und ein klares Geschäftskonzept. Der Betrieb eines solchen Objekts ähnelt eher dem eines kleinen Hotels als dem einer privaten Ferienwohnung. Für risikofreudige Vermieter, die ihr Airbnb-Geschäft als Hauptberuf betreiben und ein skalierbares Portfolio aufbauen wollen, stellt die Investition in Gewerbeimmobilien jedoch den logischen nächsten Schritt dar. Es ist der Weg, um den Fesseln der Wohnraumregulierung zu entkommen und ein wahrhaft professionelles und hochprofitables Beherbergungsunternehmen zu schaffen.

Um das volle Potenzial auszuschöpfen, ist es entscheidend, über den Tellerrand der Wohnimmobilie hinauszublicken und die Chancen von Gewerbeimmobilien zu bewerten.

Hören Sie auf, nur zu vermieten, und fangen Sie an, ein Geschäft aufzubauen. Analysieren Sie jetzt Ihren Standort, definieren Sie Ihre Investitionsstrategie und legen Sie den Grundstein für Ihr skalierbares Airbnb-Unternehmen.

Geschrieben von Markus Weber, Erfahrener Immobilieninvestor und zertifizierter Sachverständiger für Immobilienbewertung mit einem eigenen Portfolio von über 30 Einheiten. Spezialist für den Vermögensaufbau mit "Betongold", Finanzierungsstrukturen und Mietrecht.